Ouzografie

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Die Entstehungsgeschichte

Van der Kurth´s Atelier befindet sich genau zwischen zwei Kneipen. Die eine gehört Anastasios, die andere dagegen gehört Konstantinos. -Er ist daher seit Jahrzehnten von OUZO umzingelt.

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Und so verwundert es auch nicht weiter, daß diese Tatsache eine Zeitlang erheblichen Einfluss auf seine künstlerische Arbeit ausübte. Dort fiel auch die einsame Entscheidung, zum Schriftsteller umzuschulen. So konnte er sein Arbeitszimmer entgültig in´s Lokal verlegen, denn letzten Endes war es ihm einerlei, womit er kein Geld verdiente- da kannte er sich als Maler bereits bestens aus.

Der ursprünglich anvisierte Berufswunsch „Malerfürst“ war nach Jahrzehnten der Erfolglosigkeit entgültig implodiert und so gedachte er als Illustrator seine eigenen Bücher zu illustrieren. Hatte er doch früher oft das Problem, daß sich das Erzählerische großen Raum in seinen Bildern verschaffte. Und das war in den Achtzigern und weit in die Neunziger Jahre hinein schlicht verpönt. Wer es dennoch tat, dem haftete der Geruch des „Dekorativen“ an. Es war die Zeit, als sich die Farbe angeblich entgültig vom Gegenstand verabschiedet hatte um ein autistisches Eigenleben in unterkühlten Galerieräumen zu fristen.

Die Hohepriester der inzestuös gewordenen Moderne haben ihn überwiegend geringschätzig zur Kenntnis genommen, -wenn überhaupt. Denn er hatte den radikalen Bruch mit der Tradition nicht mitgemacht, der die strenge Voraussetzung für die Aufnahme ins Kartell derer war, die den Betrieb, die Rezensionsspalten und den Markt beherrschten. Seine Kollegen von der Avantgarde dagegen passten höllisch auf, die vom Gegenstand abgeschälte Farbe ja nicht horizontal auf den Bildträger aufzutragen, da dies schon wieder an die soeben totgesagte Landschaft erinnerte.
Seine Bilder indes trugen trotzige Titel wie: „Schnapsbrennerei, brennend“ oder: „Fahrzeug mit überhöhter Geschwindigkeit“ oder „Hirsch und Röhren“. Das war die Hybris, ein Affront dem Zeitgeist gegenüber. Dafür strafte ihn der internationale Kunstmarkt und die Kunstgeschichte mit selbstgefälliger Ignoranz.

Eine Zeitlang malte er nur noch braune Bilder, nach dem Motto: „Farbe ist schön, macht aber zu viel Arbeit“. Das „Ungeheuer vom Bärensee“ entstand. Nachdem die Fotografie dank Photoshop ihr Alleinstellungsmerkmal als zuverlässigen Beweis eingebüßt hatte verbreitete er mit solchen Bildern sein Credo: „Wahr ist, was ein Künstler gemalt hat!“ Eine Zeitlang malte er nur noch halbe Bilder. Das Hauptwerk dieser Phase war: „halbe Mona Lisa, half price„. Doch auch auf diesem Sonderangebot blieb er sitzen und blieb mittellos. Sein Publikum wurde immer ratloser.

Daher versuchte er sich eine Zeitlang im Low price Segment und machte Kunst für´s Proletariat. Bilder wie: „Rembrandt für Arme“ entstanden. Doch auch die Proleten fingen herzlich wenig mit ihm an. Es folgten Würfel, denn er war der Ansicht, daß der Kubismus noch lange nicht zu Ende gedacht war. Erneut sollte er irren, die Würfel waren längst gefallen.Und so fing er eines Nachts an, die Ouzos, die dieser ihm ausgab vorher zu zeichnen, bevor er sie trank.

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Danach malte er nur noch das, was sich im unmittelbaren Umfeld um das Atelier herum befand. Glücklicherweise standen dort, von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen braune Kisten aus gewöhnlichem Kunststoff mit Streusalz für den Winter. Dies inspirierte ihn zu seiner bedeutenden Bilderreihe: „der Schatz von Stuttgart West“. Jetzt hatte er sich entgültig zum Idioten gemacht und Konstantinos, der Wirt seines Vertrauens vom Augustin hatte großes Mitleid mit ihm. Und so fing er eines Nachts an, die Ouzos, die dieser ihm ausgab vorher zu zeichnen, bevor er sie trank.

Konstantinos entstammte der Gegend Griechenlands, von der man sagt, daß sich dort der Eingang zum antike Hades befand. Irgendwie fügte sich auf wundersame Weise das eine in das andere. Van der Kurth war wieder zur den Wurzeln westlicher Kultur zurückgekehrt. -Und dort war es feucht! Dem cleveren Wirt war längst klar, daß es hier um höheres ging, doch als Grieche konnte er wiederum nicht verstehen, wie man überhaupt etwas tun konnte, wofür man kein Geld bekommt.

Dem cleveren Wirt war längst klar, daß es hier um höheres ging

Um das herauszufinden füllte er ihn ab. Van der Kurth versicherte ihm glaubhaft, daß er mit seinen Zeichnungen eines Tages reich werden würde, -eine Sprache, die er sofort verstand. Über dem Tresen befand sich eine Schachtel mit der Aufschrift: „van der Kurth OUZOGRAFIE“ . Dort hinein verschwand alles, was im Verdacht stand später einmal wertvoll zu werden. Vorausgesetzt, er wurde doch noch irgendwie berühmt. Und er gab sich jede Mühe, in welchem Zustand auch immer. Dazu hörten man immer „knocking on heavens door“, in der Version von Guns and Roses. Und es pochte gewaltig! Doch der Herr wollte ihnen keine Audienz erteilen, da konnten sie klopfen soviel sie wollten.

Bald schon wurde er zur umsatzsteigernden Attraktion im Augustin. Die anderen Gäste fingen nun auch an, ihm Ouzos auszugeben um ihm bei der Arbeit zusehen zu können. Die Spirituosenhändler rieben sich die Hände und trugen kartonweise den OUZO ins Lokal. Auftragsarbeiten folgten. Oster- Ouzos mit Ohren, Weihnachts- Ouzos mit Mützen. Zum Schluss hatte er ganze Tabletts mit vollen Gläsern vor sich.

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Nun war entgültig die Promillemauer durchbrochen und er musste das ehrgeizige Projekt auf Anraten seines Hausarztes frühzeitig abbrechen. Mit Zeichnungen wie: „Ouzo Centauri“ und „das Ouzoversum“ definierte er mal eben noch Maßstäbe für künftige Ouzografen- Generationen.

Sein epochales Lehrbuch: „Erfolgreich Ouzo zeichnen“ wurde inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt.


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Die Archive:

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